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Rückblick auf die 7. NEPS-Konferenz

14.12.2022

Die 7. Internationale NEPS-Konferenz des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe (LIfBi) fand in diesem Jahr am 5. und 6. Dezember erneut im virtuellen Format statt. Rund 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland trafen sich zum Austausch. Am ersten Konferenztag wurde wieder der „NEPS Publication Award“ für hervorragende Arbeiten auf Basis der NEPS-Daten vergeben – er ging in diesem Jahr nach Barcelona und Dublin. Organisiert wurde die zweitägige Konferenz vom Team des Forschungsdatenzentrums des LIfBi (FDZ-LIfBi).

 

In 18 virtuellen Sessions wurden vielfältige Beiträge zu verschiedensten Themen längsschnittlicher Bildungsforschung vorgestellt und diskutiert. Das Nationale Bildungspanel mit seinen nunmehr sieben Startkohorten bildete dafür zwar den Rahmen, die insgesamt 48 Konferenzbeiträge und acht Posterpräsentationen waren aber nicht ausschließlich auf Analysen der NEPS-Daten beschränkt.

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Keynote

Für die Keynote der diesjährigen NEPS-Konferenz – gleichzeitig ein Beitrag der Vortragsreihe LIfBi Lectures – konnte Professorin Regina T. Riphahn von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg gewonnen werden. Die Vizepräsidentin der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina legte den Zuhörenden in der Wilhelmspost und online eindrucksvoll dar, dass die staatliche Subventionierung von Minijobs (geringfügige Beschäftigung) langfristig unbeabsichtigte negative Auswirkungen auf das Einkommen von Müttern hat, die bis zu 10 Jahre nach der ersten Geburt fortbestehen. Ihr Fazit: „Das Minijob-Programm scheint nicht nur als Sprungbrett in eine reguläre Beschäftigung zu versagen, sondern schadet auch dem Arbeitsmarkterfolg von Müttern, verstärkt die vorhandenen Nachteile von Mutterschaft auf dem Arbeitsmarkt und behindert die Verfügbarkeit und Entwicklung von qualifizierten Arbeitskräften.“

Publikationspreis

Der mit einem Preisgeld von 1.000 Euro dotierte NEPS-Publikationspreis wurde in diesem Jahr an Assistant Professor Giampiero Passaretta (Pompeu Fabra University Barcelona) und Professor Dr. Jan Skopek (Trinity College Dublin) verliehen. Die beiden Wissenschaftler nutzten für ihre Publikation im renommierten American Sociological Review Daten des Nationalen Bildungspanels (Startkohorte 2), um zu untersuchen, ob die Schule soziale Ungleichheiten auszugleichen vermag. Die Ergebnisse weisen eindeutig darauf hin, dass sich die Lernleistung der Kinder in allen Bereichen mit steigender Dauer der Beschulung erhöht, sie geben jedoch keine Hinweise darauf, dass sich diese Effekte nach dem sozioökonomischen Hintergrund der Kinder unterscheiden. Daraus schließen sie, dass Kinder unabhängig von ihrem familiären Hintergrund von der Schulbildung profitieren und dass der Effekt der Beschulung die bestehende soziale Ungleichheit bei den Bildungsleistungen weder verringert noch vergrößert. Passaretta und Skopek rücken abschließend die Einbettung der Schulen in den breiteren gesellschaftlichen Kontext der sozialen Schichtung in den Fokus. Für das deutsche Schulsystem bedeuten ihre Ergebnisse, dass bisher sowohl ihre Rolle als Motor sozialer Ungleichheit, als auch ihre Rolle als sozialer Gleichmacher überschätzt wurde. Die Forscher weisen vielmehr darauf hin, dass die Schule je nach Kontext keine Auswirkungen auf die soziale Ungleichheit bei kognitiven Leistungen hat.

 

Passaretta, G. & Skopek, J. (2021). Does schooling decrease socioeconomic inequality in early achievement? A differential exposure approach. American Sociological Review, 86(6), 1017–1042. https://doi.org/10.1177/00031224211049188

 

Keynotespeakerin Prof. Regina T. Riphahn, Ph.D.

 

Prof. Dr. Christian Aßmann bei der Vergabe des NEPS-Publikationspreis

 

Virtueller Konferenzraum in Gather.town