Bildungsentscheidungen und soziale Ungleichheit

Der Arbeitsbereich Bildungsentscheidungen und soziale Ungleichheit vereint Projekte, die sich mit Bildungsungleichheit nach sozialem Hintergrund über den Lebensverlauf befassen. Aufbauend auf Boudons (1974) Konzept der primären und sekundären Effekte werden zwei Ursachen von Bildungsungleichheit unterschieden: Ungleichheit als Resultat unterschiedlicher Kompetenzen und Ungleichheit als Resultat unterschiedlicher Entscheidungen unter Konstanthaltung der Kompetenzen. Der Arbeitsbereich befasst sich vor allem mit sekundären Effekten: Entscheidungen, die systematisch mit dem sozialen Hintergrund – soziale Klasse, elterliche Bildung oder Geschlecht – zusammenhängen. Damit stehen handelnde Akteure im Fokus unserer Arbeit.

 

Die bisherige Forschung zeigt, dass das deutsche Bildungssystem im internationalen Vergleich besonders starke sekundäre Effekte der elterlichen Herkunft aufweist. Im Lebensverlauf werden Bildungsentscheidungen immer wieder vom sozialen Hintergrund beeinflusst, von der Entscheidung der Eltern für frühkindliche Betreuung bis zur Entscheidung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, an Weiterbildungsmaßnahmen teilzunehmen. Soziologische Theorien bieten eine Reihe von Erklärungen für diese differenziellen Entscheidungsmuster an, von Rational-Choice-Ansätzen über traditionelle Sozialisationsansätze, wie zum Beispiel das Wisconsin-Modell, bis hin zu Dual-Process-Modellen, die versuchen, die beiden erstgenannten Ansätze zu vereinen. Darüber hinaus können Entscheidungen das Resultat unterschiedlicher Ressourcen in Form von finanziellem, kulturellem und sozialem Kapital sein.

 

Dem Arbeitsbereich Bildungsentscheidungen und soziale Ungleichheit sind folgende Projekte zugeordnet:

Kompromissbildung und deren Konsequenzen

NEPS-Entscheidungen

NEPS-Soziodemographie

Soziales Kapital beim Übergang in die Ausbildung und Berufseinstieg