Bildungsrenditen

Bildung stellt eine Grundvoraussetzung für eine stabile Einbindung in den Arbeitsmarkt und für ökonomische Unabhängigkeit dar. Ergebnisse empirischer Forschung zeigen, dass monetäre Bildungserträge – Löhne aus Erwerbstätigkeit – in den vergangenen Jahrzehnten stetig gestiegen sind, während das Arbeitslosigkeitsrisiko mit steigender Bildung sinkt. Darüber hinaus handelt es sich bei Bildung um eine wichtige Determinante für verschiedene andere Bereiche im Jugend- und Erwachsenenalter: besser gebildete Personen sind physisch und psychisch gesünder, leben gesundheitsbewusster und länger; sie zeigen seltener abweichendes Verhalten in der Jugend und kriminelles Verhalten als Erwachsene; sie sind zufriedener mit ihrem Leben und nehmen aktiver am sozialen und politischen Leben teil. Wenig oder unzureichende Bildung führt somit nicht nur zu diversen Risiken im individuellen Leben, sondern auch zu höheren Kosten für die Gesellschaft als Ganzes. All dies führt zu einem konstant hohen Interesse an der Erforschung von Bildungsrenditen.

 

Der Arbeitsbereich beobachtet und untersucht die komplexen und dynamischen Interaktionsprozesse, die wirken, wenn Qualifikationen, Kompetenzen und Zertifikate in Erträge umgewandelt werden. Bei der Datengenerierung und Forschung liegt der Fokus auf einer Reihe von ökonomischen und nicht-ökonomischen Renditen von Bildung über den Lebensverlauf. Während die meisten ökonomischen Renditen – wie Arbeitsmarktbeteiligung oder Einkommen – erst im Erwachsenenalter realisiert werden, lassen sich nicht-ökonomische Erträge – wie Gesundheit oder Wohlbefinden – bereits im Schulalter oder früher beobachten.

 

Durch das Projekt „NEPS-Renditen“ kommen innerhalb des Nationalen Bildungspanels (NEPS) entsprechend verschiedene Instrumente zum Einsatz, mit deren Hilfe sich die verschiedenen Arten von Renditen zu den unterschiedlichen Zeitpunkten im Leben messen und untersuchen lassen. Darüber hinaus beschäftigen sich derzeit zwei Projekte mit der Analyse der NEPS-Daten im Hinblick auf bestimmte Aspekte von monetären und nicht-monetären Bildungserträgen. Das Projekt „Berufliche Geschlechtersegregation und ihre Folge für die (Re-)Produktion von Geschlechterungleichheiten im deutschen Arbeitsmarkt“ geht dabei der Frage nach, wie sich die geschlechtsspezifische Struktur von beruflicher Bildung auf den so genannten „gender pay gap“ auswirkt und wie sich dieser Zusammenhang seit Mitte der 1970er Jahre in Deutschland verändert hat. Das Projekt „Bildungserträge im Lebensverlauf: Wohlbefinden, soziales Kapital und Teilhabe im Erwachsenenalter (BiLev)“ untersucht die Erträge aus Bildungsbeteiligung, Zertifikaten und Kompetenzen in drei miteinander zusammenhängenden Bereichen: subjektives Wohlbefinden, Sozialkapital und soziale und politische Partizipation.

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Dipl.-Sozialw.  Anika Bela

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