Soziales Kapital beim Übergang in die Ausbildung und Berufseinstieg

Netzwerke der Eltern, eine lebendige Nachbarschaft oder Vereine – wer viele solcher Kontakte hat, ist reich an „sozialem Kapital“. Diese Ressource bietet Zugang zu Hilfeleistungen oder nützlichem Wissen. Spielt das individuelle Maß an Sozialkapital auch eine Rolle für die jeweiligen Chancen auf eine Lehrstelle oder beim Eintritt in den Arbeitsmarkt? Das Forschungsprojekt untersucht diese beiden wichtigen Übergänge im Lebenslauf für Deutschland.

 

Wie junge Menschen mit sozialem Kapital ausgestattet sind und in welchem Zusammenhang dies mit dem erfolgreichen Übergang in Ausbildung bzw. Beruf steht, ist die erste wichtige Forschungsfrage des Vorhabens. In dieser frühen Karrierephase befinden sich die sozialen Netzwerke der Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Umbruch und Ausbau: Bisherige Analysen zum Übergang in die Ausbildung zeigen vergleichsweise wenig soziale Ungleichheit in der Sozialkapitalausstattung, Jugendliche sind in hohem Maße auf die Unterstützung und das soziale Netzwerk ihrer Eltern angewiesen. Vermutlich verstärken sich die Ungleichheiten in der Sozialkapitalausstattung im Verlauf der Ausbildung bis zum Übergang in den Arbeitsmarkt, die Anzahl und Bedeutung von weniger intensiven Beziehungen nimmt zu und die Unterschiede in der Art des verfügbaren Sozialkapitals vergrößern sich. Während soziales Kapital beim Übergang in die Ausbildung nur einen geringen Beitrag zur Erklärung sozialer Ungleichheit leistet, sollte dieses daher im weiteren Karriereverlauf stetig zunehmen.

 

Für die zweite Forschungsfrage – berufsspezifische Aspekte der Sozialkapitalausstattung – fehlt es noch an relevanten Vorarbeiten. Daher muss zunächst ein theoretisches Modell entwickelt werden, das erklärt, wie soziales Kapital seine Wirkung in Abhängigkeit unterschiedlicher Eigenschaften von Ausbildungsberufen (z. B. Ausbildungstyp, erforderlicher Schulabschluss, Berufsprestige) entfaltet und welche davon von besonderer Relevanz sind. In einem zweiten Schritt wird das Modell dann anhand der Daten des Nationalen Bildungspanels empirisch überprüft.

 

Die Analysen leisten einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Besonderheiten sozialer Ressourcen sowie der Bedingungen und Mechanismen, unter denen diese Ressourcen ihre Wirkung entfalten. Das Forschungsvorhaben integriert somit wichtige theoretische Ansätze aus der Lebensverlaufsforschung und der Forschung zu sozialem Kapital in die Forschungsfelder „Übergang Schule – Beruf“ und Berufswahl.

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Lisa-Marie Bröker

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