In Kooperation mit:

  • Projektlaufzeit: Dezember 2016 – November 2020
  • Kooperierende Institute:
    • Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi): Prof. Dr. Hans-Günther Roßbach, Dr. Monja Schmitt
    • Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen e. V. (IQB): Prof. Dr. Petra Stanat, Dr. Cornelia Gresch, Dr. Katrin Böhme
    • Bergische Universität Wuppertal (BUW): Prof. Dr. Michael Grosche
  • Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

 

Die Ausgangssituation

Deutschland hat sich zu einem inklusiven Bildungssystem verpflichtet. Entsprechend werden zunehmend Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf gemeinsam mit anderen Kindern an allgemeinen Schulen unterrichtet.

 

In der Regel ergeben sich weder für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf noch für deren Mitschülerinnen und Mitschüler ohne entsprechenden Förderbedarf Nachteile bei einer inklusiven Beschulung. Allerdings gibt es in Deutschland sehr unterschiedliche Ansätze, wie geeignete Rahmenbedingungen und Unterstützungsangebote für die Schülergruppe mit sonderpädagogischem Förderbedarf an allgemeinen Schulen etabliert werden. Eine aussagekräftige Darstellung des Istzustands inklusiver Beschulung in Deutschland liegt bislang nicht vor.

 

Insbesondere für die Sekundarstufe I ist zudem bislang wenig und nur auf regionaler Ebene darüber bekannt, welche Folgen die unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Prozesse der Ausgestaltung inklusiver Beschulung für die Schullaufbahn der jeweiligen Schülerinnen und Schüler und deren Eintritt in die berufliche Ausbildung haben. Die Bedingungen für das Gelingen inklusiver Beschulung lassen sich bislang nicht sicher benennen, obwohl diese die Grundlage für die Entwicklung von politischen Strategien und Reformmaßnahmen darstellen.

 

Das Projekt „INSIDE  – Inklusion in der Sekundarstufe I in Deutschland”

In dem Kooperationsprojekt des Leibniz‐Instituts für Bildungsverläufe (LIfBi), des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) und der Bergischen Universität Wuppertal (BUW) stehen folgende Fragen im Mittelpunkt: In welcher Weise wird schulische Inklusion in der Sekundarstufe I in Deutschland umgesetzt? Unter welchen Bedingungen kann Inklusion gelingen? Welche Rahmenbedingungen und Prozesse in der Schule und im Unterricht tragen zu einer erfolgreichen individuellen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf an allgemeinen Schulen bei?

 

Die Beantwortung erfolgt unter besonderer Berücksichtigung der verschiedenen Gewährleistungen der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK). Zudem wird das Projekt durch Beteiligte aus der Zivilgesellschaft (Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, Praktikerinnen und Praktiker, Interessensvertreterinnen und Interessensvertreter) begleitet. Mit dem Projekt soll eine Datengrundlage geschaffen werden, die der wissenschaftlichen Community für weitere Forschungszwecke zur Verfügung steht und auch als Grundlage für das Monitoring der BRK genutzt werden kann.

 

Die Teilabschnitte der Studie

In einem ersten Schritt werden Schulleiterinnen und Schulleiter der verschiedenen Schularten im Sekundarbereich im Rahmen einer Onlineerhebung befragt. Daraus erfolgt eine gezielte Auswahl von Schulen, deren Schülerinnen und Schüler im zweiten Schritt über mehrere Jahre hinweg begleitet werden. Geplant sind hier Kompetenztestungen und Fragebogen für Schülerinnen und Schüler, Fragebogen für Schulleiterinnen, Schulleiter und Lehrkräfte sowie eine telefonische Elternbefragung. Darüber hinaus wird eine vertiefende Untersuchung der Unterrichtsgestaltung durch den Einsatz von Unterrichtstagebüchern erfolgen.