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Förderung von Bildungsgerechtigkeit im vorschulischen Bereich erhöht schulische Chancengleichheit

01.02.2018

Im Rahmen der Vortragsreihe LIfBilectures stellte Prof. Dr. Marcus Hasselhorn, Geschäftsführender Direktor des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), am 30.01.2018 Ergebnisse des Frühförderprogramms „Schulreifes Kind“ vor.

Prof. Dr. Marcus Hasselhorn, DIPF, bei seinem Vortrag am LIfBi 

Bildung beginnt bereits vor dem Schuleintritt. Soziale Kontextbedingungen (z. B. Unterschiede in der familiären Förderung) tragen dabei maßgeblich zur Entwicklung schulischer Vorläuferkompetenzen bei. Schätzungen gehen aber nun davon aus, dass in Deutschland beinahe 20 Prozent der Kinder nur unzureichend für den Schuleintritt vorbereit sind, was sich z. B. durch verzögerte Sprachentwicklung oder Konzentrationsprobleme zeigt.

Nachteile durch den sozialen Hintergrund des Kindes können durch kompensatorische Früherziehungsprogramme ausgeglichen werden, die Kindern bereits vor Schulbeginn helfen, schulische Vorläuferkompetenzen zu entwickeln. Das Projekt „Schulreifes Kind“ implementierte ein Trainingsprogramm in über 300 Einrichtungen in Baden-Württemberg. Dabei wurden Risikokinder mit unterdurchschnittlichen vorschulischen Kompetenzen identifiziert und gezielt gefördert. Die Evaluationsergebnisse belegen die Effektivität des angebotenen Trainings. Vorläuferkompetenzen für Lese- und Mathematikfähigkeit konnten deutlich gesteigert und die Schulfähigkeit der Kinder aus den identifizierten Risikogruppen erhöht werden. Insgesamt zeigen diese Ergebnisse, dass frühkindliche Fördermaßnahmen schulische Chancengleichheit erhöhen können.