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LIfBi lectures: Die soziale Integration von Einwanderern ist abhängig von ihrer früheren sozialen Position in ihrem Herkunftsland

08.02.2018

In seinem Gastvortrag vom 8. Februar 2018 betont Dr. Mathieu Ichou vom Französischen Institut für demografische Studien (Institut National d'Etudes Démographiques, INED) die Rolle der Selektivität von Zuwanderern bei der Analyse ihrer sozialen Integration.

Mathieu Ichou, PhD, bei seinem Vortrag am LIfBi. 

Da sich die meistverbreiteten Integrationstheorien auf die Phase nach der Migration konzentrieren, ignorieren sie die soziale Realität der Eingewanderten vor der Migration. Die Entscheidung zur Migration wird durch soziale und materielle Ressourcen bestimmt und verlangt von Migranten nicht nur die Überwindung einer geografischen, sondern auch einer soziale Distanz ab. Die Integrationsergebnisse werden dabei nicht nur durch die relative soziale Stellung der Eingewanderten in ihrem Aufenthaltsland, sondern auch durch ihre relative Position in ihrem Herkunftsland bestimmt. Erstere und Letztere sind oft widersprüchlich zueinander.

Um zu messen, wie sich Menschen, die sich für eine Auswanderung entscheiden, von denen unterscheiden, die in ihrem Geburtsland bleiben, können Daten aus den Herkunfts- und Zielländern der Immigranten zusammengeführt werden. Die meisten Einwanderer in Europa werden in Bezug auf ihre Bildung  ausgewählt; das bedeutet, dass sie ein höheres Bildungsniveau aufweisen als der durchschnittliche Bildungsgrad der Gesellschaft in ihrem Herkunftsland. Ichou zeigt, dass diese Bildungsselektivität der Zugewanderten den Bildungsgrad ihrer Kinder beeinflusst und dieser Effekt auch bei Kontrolle des sozioökonomischen Status im Aufenthaltsland besteht. Zukünftige Forschung sollte weitere Dimensionen und Ergebnisse der Selektivität von Einwanderern untersuchen.