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Berufstätige Mütter und Kinderbetreuung – wer profitiert in Ost und West? LIfBi-Mitarbeiterin mit PhD-Preis bei ECSR-Konferenz 2019 ausgezeichnet

26.09.2019

Dr. Gundula Zoch, PostDoc am Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi), wurde für ihre Dissertation vom European Consortium for Sociological Research (ECSR) ausgezeichnet. In ihrer Arbeit untersucht sie die Zusammenhänge zwischen dem Ausbau frühkindlicher Betreuungseinrichtungen, den Veränderungen in der Müttererwerbstätigkeit und den Geschlecherrolleneinstellungen von Eltern in Ost- und Westdeutschland.

Die kumulative Dissertation, mit der sie den dritten Platz im Wettbewerb „ECSR Dissertation of the Year“ belegt, trägt den Titel „Expanding Public Childcare for Under-threes – An Empirical Investigation of Maternal Employment and Gender Ideologies in East and West“. Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass Eltern in Regionen mit einem starken Ausbau von Betreuungsplätzen weniger traditionelle Einstellungen zu Müttererwerbstätigkeit und frühkindlicher Betreuung entwickeln. Sind mehr Betreuungsplätze in einer Region vorhanden, kehren Mütter nach einer Geburt schneller wieder in den Beruf zurück, insbesondere in Westdeutschland. „Allerdings profitieren nicht alle vom Betreuungsausbau“, so Zoch, „vor allem Mütter mit höherem Bildungsniveau nutzen die frühkindliche Betreuung in Deutschland stärker. Soziale Unterschiede in der Erwerbsbeteiligung bleiben also immer noch bestehen.“ Für die empirische Untersuchung hat sie Längsschnittdaten des Sozioökonomischen Panels (SOEP) und des Beziehungs- und Familienpanels pairfam mit Daten zur regionalen Verfügbarkeit von Kinderbetreuungseinrichtungen verknüpft.

Zum Volltext der Dissertation

Zoch arbeitet seit Januar 2018 in der Abteilung „Bildungsentscheidungen und -prozesse, Migration, Bildungsrenditen“ am LIfBi. Im April 2018 schloss sie ihre Promotion im Fachbereich Soziologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ab. Die Promotion ist im Rahmen eines Promotionsstipendiums der Bamberg Graduate School of Social Science (BAGSS) entstanden, welche von 2012 – 2018 durch die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder an der Universität Bamberg gefördert wurde.

Der erste Platz bei der Preisverleihung ging an Dr. Zachary Van Winkle, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), der zweite Platz an Dr. Arjen de Wit, Universität Amsterdam. Der Wettbewerb „ECSR Dissertation of the Year“ wird jeweils anlässlich der ECSR-Jahrestagung ausgelobt. In diesem Jahr tagten die Mitglieder vom 12. – 14. September 2019 in Lausanne/Schweiz.

Mehr Informationen zur Jury und den Richtlinien

Das ECSR-Konsortium wurde 1991 mit dem Zweck gegründet, die theoretisch orientierte empirische Forschung in der Soziologie in Europa zu fördern. Derzeit sind mehr als 90 führende europäische Forschungsinstitute und Universitätsabteilungen Mitglieder des Konsortiums.

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