NEPSGeoDaten
 

Ziel

Das Ziel des Projekts NEPSGeoDaten war, die im Panel verfolgten Bestandskohorten des NEPS mit umfangreichen Raumdaten anzureichern. 

 

Hintergrund

Der Raumbezug gewinnt für die Bildungsforschung zunehmend an Bedeutung. Hierbei spielen nicht nur die strukturellen Angebote eine relevante Rolle, wie etwa die Verteilung von frühkindlichen Betreuungseinrichtungen, Schulen oder Weiterbildungsangeboten, sondern auch deren Wahrnehmung und tatsächliche Nutzung durch die Menschen selbst.

Gleichzeitig nimmt die Anzahl an öffentlich verfügbaren Raumdaten stetig zu, sodass gegenwärtig sowohl für ganz Deutschland als auch für einzelne Regionen (u.a. Bundesländer, Städte) eine Vielzahl an Geoinformationen vorliegen, die in der Forschung als räumliche Kontextdaten herangezogen werden können. Interessante Geoinformationen stellen etwa die Verfügbarkeit von öffentlichen Einrichtungen (u.a. Kindergarten, Schulen), die Nachbarschaftszusammensetzung oder auch Umweltfaktoren wie beispielsweise die Luftqualität dar, die für unterschiedliche, teils kleinräumige Gebietseinheiten, wie etwa Rasterzellen, Stadtteile aber auch Gemeinden, vorzufinden sind.

Hierbei bildet insbesondere das Nationale Bildungspanel (NEPS) eine einzigartige Datenquelle, welche nicht nur die Untersuchung von individuellen Bildungsprozessen und Kompetenzentwicklungen über die Zeit erlaubt, sondern durch die Anreicherung der Individualdaten mit räumlichen Kontextdaten auch erweiterte Forschungsmöglichkeiten innerhalb der verschiedenen NEPS-Startkohorten ermöglicht.

 

Vorgehen

Die NEPS-Startkohorten wurden hierzu auf potenziell ertragreiche und realisierbare Raumdaten geprüft und mit einem ausgewählten Set an verfügbaren Daten (u.a. Distanzmaße) erweitert. Für die Bereitstellung wurde zudem auf bereits öffentlich zugängliche Raumdaten zurückgegriffen, welche mithilfe gängiger Geokodierungen (u.a. UTM Zone 32) an die NEPS-Daten angespielt wurden. Dabei sollten sowohl alle NEPS-Startkohorten gleichermaßen mit Raumdaten abgedeckt werden, als auch die spezifischen Bereiche der frühkindlichen Bildung, des Übergangs in die Sekundarstufe, der Zeit in Ausbildung und Studium sowie die Erwachsenenbildung berücksichtigt werden. Letztlich wurde angestrebt, die Raumdaten für die wissenschaftliche Gemeinschaft im Scientific-Use-File dauerhaft bereitzustellen.

 

Ergebnisse

Im Rahmen des Projekts NEPSGeoDaten wurden erstmals die Adressinformationen von Studienteilnehmenden der NEPS-Startkohorten 1 bis 6 umfassend georeferenziert und für die wissenschaftliche Nutzung aufbereitet. Insgesamt konnten für knapp 52.000 Fälle die zum Projektzeitpunkt vorliegenden Adressen in Geokoordinaten umgewandelt werden. Diese Geokoordinaten wurden anschließend in ein einheitliches Gitter von 100m × 100m Rasterzellen eingebettet und um zusätzliche Raumbezüge (u. a. Gemeinde- und Stadtteilschlüssel) ergänzt. Mit diesem Datenbestand bietet sich ein neuer Zugang zu kleinräumigen Bildungs- und Ungleichheitsanalysen im Rahmen des Nationalen Bildungspanels. Eine ausführliche Darstellung des Prozesses, der Datenstruktur und ausgewählter Verteilungen findet sich im NEPS Survey Paper  No. 125.

Die Daten können über das Forschungsdatenzentrum genutzt werden. Hinweise zum Ablauf und den Bedingungen für das Zuspielen von (eigenen) Regionalindikatoren zu den Befragungs- und Kompetenzdaten des NEPS auf Basis der Gridinformationen sind auf folgender Webseite beschrieben: Regionaldaten

NEPS Survey Paper

Helbig, M., Karwath, C., Koberg, T. & Ruland, M. (2025). NEPSGeoDaten: Anreicherung der im Panel verfolgten Bestandskohorten des NEPS mit umfangreichen Raumdaten

Zum NEPS Survey Paper
 

Projekt-Steckbrief