Erfassung der kognitiven Grundfähigkeiten im NEPS

Die kognitiven Grundfähigkeiten werden im NEPS über die Indikatoren „Schlussfolgerndes Denken“ und „Wahrnehmungsgeschwindigkeit“ erfasst [mehr dazu: Brunner et al. 2014]; die Forschenden nennen diese Kompetenzen „Fluide Intelligenz“. Die Messung erfolgt über einen Matrizentest, bei dem die Teilnehmenden gebeten werden, in einer bestimmten Zeit geometrische Muster mit einer Fehlstelle durch ein passendes Stück aus einer vorgegebenen Auswahl zu komplettieren [mehr dazu: Haberkorn und Pohl 2013].

Die Abbildung zeigt mittels standardisierter Zusammenhangsmaße (sog. Pfadkoeffizienten), wie stark die Faktoren „kognitive Grundfähigkeiten“ und „Interesse an Mathematik“ mit dem Ausgangsniveau sowie der Veränderung der Lesekompetenz zusammenhängen.

Im NEPS bezeichnet mathematische Kompetenz die Fähigkeit, Mathematik in lebensnahen Problemstellungen zu erkennen, zu verstehen und anzuwenden. Gemessen wird sie mit altersangemessenen Aufgaben, die verschiedene Inhaltsbereiche wie Quantität, Raum und Form, Veränderung und Beziehungen sowie Daten und Zufall abdecken und unterschiedliche mathematische Denkprozesse erfordern. [Mehr dazu: Leibniz-Institut für Bildungsverläufe 2018]

A61

Mathematikkompetenz und kognitive Grundfähigkeiten

Kognitive Grundfähigkeiten tragen stärker zum Erwerb von mathematischer Kompetenz bei als Interesse an Mathematik

Die Abbildung zeigt, wie gut kognitive Grundfähigkeiten und Interesse an Mathematik die mathematische Kompetenz von Schülerinnen und Schülern vorhersagen können: Die beiden linken Balken zeigen die Vorhersagekraft auf die mathematische Kompetenz in der 7. Klassenstufe. Während beide Faktoren sich als für die mathematische Kompetenz bedeutsam erweisen, ist die Vorhersagekraft der kognitiven Grundfähigkeiten hier deutlich stärker.
Die beiden rechten Balken zeigen die Bedeutsamkeit beider Faktoren für die Entwicklung der mathematischen Kompetenz von der 7. bis zur 9. Klassenstufe. Auch hier zeigen sich positive Effekte der kognitiven Grundfähigkeiten sowie des Interesses an Mathematik auf die Veränderung der mathematischen Kompetenz. Dabei bleibt die Bedeutung der kognitiven Grundfähigkeiten größer als die des Interesses an Mathematik, fällt jedoch geringer aus als für das Ausgangsniveau in der 7. Klasse.

Weitere Schlaglichter

14

Lernerfolg während der Corona-Pandemie

50

Abstieg in niedrige Lesekompetenz Einflussfaktoren

45

Erwarteter Schulabschluss: Eltern von Grundschülerinnen und -schülern