Wann macht Schule Spaß? Eine Längsschnittanalyse der distalen Einflussfaktoren auf Freude
 

Ziel

Das Projekt untersucht Faktoren im schulischen und häuslichen Lernumfeld, die für die Freude am Lernen bei Grund- und Sekundarschülern eine Rolle spielen. Dazu gehören Faktoren, die über den Unterrichtsprozess hinausgehen, wie beispielsweise die Rolle von Gleichaltrigen, Lehrern und Eltern, und deren Wechselbeziehungen zur Freude am Lernen. Darüber hinaus versucht das Projekt zu verstehen, ob die Freude am Lernen den Zusammenhang zwischen diesen Faktoren und den Lernergebnissen der Schüler, wie beispielsweise Leistung und Motivation, vermittelt.

 

Hintergrund

Die Freude an der Schule ist ein positives, aktivierendes Leistungsgefühl, das sich auf schulische und lernbezogene Aktivitäten bezieht. Schüler, die Freude am Lernen haben, zeigen bessere schulische Leistungen, ein gesteigertes Interesse am Lernen und größere Anstrengungen. Sie sind auch intrinsisch motivierter, wenden häufiger fortgeschrittene Lernstrategien an und zeigen eine bessere Selbstregulierung. Folglich ist Freude entscheidend für die allgemeine schulische Leistungsfähigkeit und den Erfolg eines Schülers.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die Faktoren zu untersuchen, die die Freude prägen, da sie Hinweise darauf geben, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um sie zu steigern oder zumindest den in Längsschnittstudien häufig beobachteten Rückgang der Freude zu verhindern. Bisherige Studien zu den Vorläufern der Freude haben sich jedoch überwiegend auf den Unterricht konzentriert, während andere schul- und haushaltsbezogene Faktoren weitgehend unerforscht geblieben sind. Darüber hinaus handelt es sich bei den vorhandenen Untersuchungen in erster Linie um Querschnittsstudien. Dies hat die kausalen Interpretationen eingeschränkt, die Untersuchung dynamischer Zusammenhänge zwischen Umwelt und Emotionen behindert und die Untersuchung von Mechanismen, die die Umwelt und die Leistungen der Schüler miteinander verbinden, ausgeschlossen.

 

Vorgehen

Das Projekt stützt sich auf Sekundärdatenanalysen und nutzt sechs Längsschnittdatensätze, die in Open-Data-Repositorien verfügbar sind. Dieser Ansatz steht im Einklang mit den Prinzipien der offenen Wissenschaft hinsichtlich Reproduzierbarkeit und Effizienz. Was die empirische Strategie betrifft, so verwendet das Projekt reziproke Effekte und Längsschnitt-Mediationsmodelle. Zu den erwarteten Ergebnissen gehören sieben Artikel, die in führenden internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht werden sollen.

 

Projektsteckbrief

  • Projektleitung und Antragstellung: Dr. Anna Hawrot, Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi)
  • Projektlaufzeit 04/2026 – 03/2029
  • Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • Link zu dieser Seite: www.lifbi.de/School-Fun