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01.04.2026

Was Lehrkräfte im geisteswissenschaftlichen Unterricht leitet: Projekt TyMin entwickelt innovatives Messinstrument

Im April 2026 fällt der Startschuss für das Forschungsprojekt TyMin, ein Kooperationsvorhaben des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe (LIfBi) und der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Unter der Leitung von Prof. Dr. Jana Costa (LIfBi) und Dr. Caroline Rau (Universität Bamberg) wird das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt in den nächsten drei Jahren untersuchen, wie sich tiefgreifende pädagogische Überzeugungen systematisch messen lassen. Damit trägt das Projekt langfristig dazu bei, die Lehrkräfteausbildung weiterzuentwickeln.

Wissen ist nicht gleich Wissen. Im Zentrum von TyMin („Von der qualitativen Typologie zum quantitativen Messinstrument: Epistemologische Überzeugungen von Lehrkräften der geisteswissenschaftlichen Fächerdomäne“) stehen die epistemologischen Überzeugungen von Lehrkräften – also ihre individuellen Ansichten darüber, was „Wissen“ ist und wie Lernprozesse gestaltet werden sollten. Während für naturwissenschaftliche Schulfächer bereits etablierte Messinstrumente existieren, stellt die geisteswissenschaftliche Domäne (also Fächer wie Deutsch, Geschichte oder Religion) die Forschung vor besondere Herausforderungen. Wissen ist hier oft weniger greifbar und durch Mehrdeutigkeit und verschiedene Interpretationswege geprägt. Genau hier setzt TyMin an.

Implizites Wissen messbar machen

Das Projekt baut auf einer Studie von Caroline Rau auf. Darin wurden auf Basis ausführlicher Gespräche mit Lehrkräften drei Idealtypen identifiziert, wie Lehrkräfte mit Wissen und unterschiedlichen Perspektiven im Unterricht umgehen. Das Kernziel von TyMin ist die Übersetzung dieser qualitativen Typologie in ein quantitatives Messinstrument, um die epistemologischen Überzeugungen von Lehrkräften in geisteswissenschaftlichen Fächern zu erfassen. 

„Die zentrale Herausforderung dabei besteht darin, implizite Wissensbestände, die den Lehrkräften oft selbst nicht bewusst sind, die aber ihr Handeln leiten, methodisch kontrolliert in standardisierte Fragen zu übersetzen“, so Jana Costa, Leiterin des Projekts am LIfBi und Professorin für Nachhaltigkeitsbildung an der Universität Hildesheim.

Relevanz für die Lehrkräftebildung

Durch die standardisierte Erfassung dieser Überzeugungen wird es künftig möglich sein, Aussagen über deren Verteilung zu treffen und Zusammenhänge mit Faktoren wie der Berufserfahrung oder der Schulform statistisch zu prüfen. Die Ergebnisse sollen langfristig dazu beitragen, die Lehrkräfteprofessionalität besser zu verstehen und die Ausbildung in den Geisteswissenschaften evidenzbasiert weiterzuentwickeln.

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Max Fischer / pexels.com

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