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Feel your languages
 

Ziel

Diese Onlineumfrage untersucht, welche positiven und negativen Emotionen mehrsprachig aufwachsende Jugendliche im Zusammenhang mit der Verwendung ihrer Sprachen berichten. Fühlen sie sich stolz, schuldig oder nervös, während sie eine Herkunfts- oder Umgebungssprache sprechen?

 

Hintergrund

Erste Studien aus Nordamerika und den Niederlanden zeigen, dass mehrsprachige Kinder und junge Erwachsene positive aber auch negative Emotionen im Zusammenhang mit ihrem Sprachgebrauch berichten (Driver, 2020; Jean & Geva, 2012; Sevinç & Dewaele, 2018). Emotionen im Zusammenhang mit mehrsprachigem Sprachgebrauch sind als Ausdruck „(dis-)harmonischer bilingualer Entwicklung“ von Interesse und könnten für die weitere Sprachentwicklung Konsequenzen haben (De Houwer, 2015; Miller, 2017).

 

Vorgehen

In einem kurzen Onlinefragebogen für mehrsprachig aufwachsende Jugendliche in Deutschland und der Schweiz wird erfasst, ob positive oder negative Emotionen im Zusammenhang mit dem Sprachgebrauch berichtet werden. Weiterhin werden potenzielle Prädiktoren hierfür auf verschiedenen Ebenen untersucht (z.B. auf Ebene der Situation, des Individuums, der Familie und der Peers). Als Rahmen dient u.a. die Theorie der Self-conscious Emotions (Robins & Schriber, 2009).

 

Ergebnisse

Feel Your Languages: Eine Umfrage über die Emotionen mehrsprachiger Jugendlicher

Mehr als tausend Jugendliche im Alter von 15 bis 20 Jahren aus Deutschland und der deutschsprachigen Schweiz nahmen an dieser Online-Befragung teil (N=1023). Alle diese Jugendlichen sprechen eine nicht-deutsche „Herkunftssprache“, die sie in ihren Familien erlernt haben. Unter den nicht-deutschen Herkunftssprachen waren viele verschiedene Sprachen vertreten, die in Europa häufig gesprochen werden, wie zum Beispiel Türkisch, Russisch, Polnisch, Italienisch, Englisch und Spanisch. Es gab aber auch Sprachen, die eher selten gesprochen werden, wie Twi, Somali und Estnisch.

Zwei Sprachen, viele Gefühle

Viele Jugendliche gaben an, positive Emotionen im Zusammenhang mit dem Gebrauch ihrer Sprachen zu erleben. Einige empfanden jedoch auch negative Emotionen, vor allem im Zusammenhang mit der Verwendung ihrer Herkunftssprache:

  •           Über 70 % der Jugendlichen stimmten zu, dass es Situationen gab, in denen sie gerne die Herkunftssprache sprachen, und fast 60 % gaben dasselbe für Deutsch an.
  •          30-40 % gaben an, sich manchmal nervös oder beschämt zu fühlen, wenn sie ihre Herkunftssprache sprachen.
  •          Etwa 20 % gaben an, sich manchmal nervös werden oder beschämt zu fühlen, wenn sie Deutsch sprachen.

Auch als wir die Jugendlichen baten, sich Alltagssituationen vorzustellen, in denen sie eine der beiden Sprachen sprechen, berichteten viele von Stolz oder positiven Gefühlen. Allerdings gaben sie auch negative Gefühle an. So bericheten beispielsweise über 40 % von Schamgefühlen, wenn sie sich vorstellten, im Gespräch mit Verkäuferinnen und Verkäufern im Herkunftsland einige Worte nicht zu beherrschen, und fast 30 % fühlten sich schuldig, wenn sie sich vorstellten, vor einem kritischen Großelternteil Deutsch zu sprechen.

Warum fühlen sich mehrsprachige Jugendliche so, wie sie sich fühlen?

Um herauszufinden, warum sich Jugendliche gut oder schlecht fühlen, wenn sie ihre Sprachen sprechen, haben wir sie über sich selbst, ihre Familien und ihre Schulen befragt. Ob sie sich freudig, stolz, schuldbewusst, ängstlich oder beschämt fühlten, hing von vielen Faktoren ab. Dazu gehörten zum Beispiel, ob sie oder ihre Eltern im Herkunftsland gelebt hatten, wie stark sie sich mit ihren beiden Kulturen verbunden fühlten und wie gut sie glaubten, die jeweilige Sprache zu sprechen.

Spielen Schulen und Lehrer eine Rolle?

Einige dieser Zusammenhänge waren überraschend: So berichteten Jugendliche, die ein Gymnasium oder ähnliche Schulformen besuchen oder besucht haben, über mehr negative Emotionen während der Verwendung  der Herkunftssprache und Deutsch. Möglicherweise stellen sie an sich selbst sehr hohe Anforderungen?

Besonders auffällig war die Bedeutung der Lehrkräfte: Jugendliche, die den Eindruck hatten, dass ihre Lehrerinnen und Lehrer eine negative Haltung gegenüber der Herkunftssprache einnahmen, fühlten sich nicht nur beim Sprechen ihrer Herkunftssprachen, sondern auch beim Sprechen von Deutsch schlechter. Jugendliche, deren Lehrer ihre Herkunftssprachen lobten und schätzten, empfanden mehr Freude beim Sprechen beider Sprachen.

 

Projekt-Steckbrief

 
Projektpartner
FH Nordwestschweiz
Projektleitung